Vier Generationen haben die Existenz eines Familienunternehmens gestaltet, der Schwan-Werkzeugfabrik, Hermann Schwandt, Inh. Ralph Pohlig, die auf ein 124 jähriges Bestehen zurückblickt. Gründer war der Ostpreuße Hermann Schwandt, der zum Ende des vorigen Jahrhunderts aus den Bindungen seiner Heimat aufbrach, um 1884 im Bergischen Lande, in Lüttringhausen, sich selbständig zu machen: Er gründete die Werkzeugfabrik Hermann Schwandt. Mit der Herstellung von Taschenfeder- und Rationswaagen gelang ihm ein erfolgreicher Produktionsstart; bald konnte die Produktion um weitere Werkzeuge, insbesondere Glättekellen, ausgedehnt werden. Nach dem Tode des Gründers im Januar 1927 führte seine Frau Elisabeth bis zum Jahre 1938 das Geschäft fort. Als ihr Nachfolger übernahm der Schwiegersohn, Kaufmann Paul Pohlig, die Inhaberschaft zusammen mit seiner Ehefrau Elise geb. Schwandt. Die Aufnahme der Fertigung von Holzbearbeitungswerkzeugen und des Vertriebs von Werkzeugen für Tischlereimaschinen kennzeichnete die Fortentwicklung der Firma. Durch den Ausfall eines Generationsgliedes - Sohn Paul war 1944 als Soldat gefallen - wurde unser Betrieb vor ein Nachfolgeproblem gestellt. Die Frau des Gefallenen, Elisabeth, mit ihren beiden unmündigen Söhnen Udo und Ralph, übernahm 1956 als Prokuristin die Weiterführung der Firma. Nach ihrem Tode übernahmen die Söhne Udo und Ralph 1982 die Führung des Unternehmens. Mit der Inhaberschaft der Brüder Pohlig war insofern eine glückliche geschäftliche Konstellation gegeben, als Udo Pohlig die kaufmännische Geschäftsleitung gewährleistet, während Ralph Pohlig als Dipl.-Wirtschaftsing. dem betrieblichen Aufgabenbereich vorsteht. Seit dem Tod von Udo Pohlig im Jahr 1996 führt Ralph Pohlig allein die Firma. Sein Sohn Veith unterstützt ihn. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Produktion der Taschenfeder- und Rationswaagen eingestellt. In Anlehnung an die ursprüngliche Glättekellenproduktion wurde die Herstellung von Werkzeugen für das Baugewerbe intensiv ausgebaut. In systematischer Fortentwicklung umfaßt die Fertigungsskala alle Sparten des Baugewerbes: Maurer, Stukkateure, Betonierer, Fliesenleger, Bodenverleger, Zimmerer, Dachdecker, Schreiner und Maler. Die Angebots- und Leistungsfähigkeit des Unternehmens zeichnet sich in der betrieblich-technischen Flexibilität aus, die es ermöglicht, neben den Normalausführungen der Werkzeuge, Spezialmodelle alternativ nach Herstellungsverfahren, Material und Format, anzubieten. Eigene Kokillengießerei und Kunststoff- spritzanlagen stehen zur
Verfügung.
|